Lehrer beklagen massive Stunden-Kürzungen

Lehrer beklagen massive Kürzungen bei der Unterrichtsversorgung. Auch die GEW Jerichower Land übt viel Kritik.

Volksstimme 27.04.2017 – Falk Heidel

Burg/Genthin l Der Lehrermangel ist Dauerthema an Sachsen-Anhalts Schulen. „Die siebenprozentige Kürzung in der Unterrichtsversorgung entspricht in der Summe landesweit 250 Lehrerstellen“, sagt Ingo Doßmann. Der Grundschulleiter aus Genthin ist im Jerichower Land Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Initiator einer öffentlichen Erklärung von Grundschulleitern im Norden Sachsen-Anhalts zwischen Harz und Westaltmark. Doßmann sagt: „Mit dieser Kürzung fällt das verfügbare Arbeitsvolumen der Lehrkräfte auf das Niveau des Jahres 2000 zurück, also vor der Einführung der Grundschule mit verlässlichen Öffnungszeiten.“

Sich selbst überlassen

Ende Mai will Doßmann diese Erklärung mit den Unterschriften der unterzeichnenden Schulleiter an Bildungsminister Tullner übergeben. Unter anderem bezieht sich die heftige Reaktion der Lehrer auf ein Volksstimme-Interview mit Tullner vom 23. März. Darin erklärte der Minister eine Grundschule in Wernigerode, die wegen Lehrermangels drei Tages geschlossen wurde, zum Einzelfall. Das bestreitet Ingo Doßmann mit Beispielen aus dem Jerichower Land: „An der Sekundarschule in Brettin mussten mehrere Klassen nach Hause geschickt werden. In Möckern und Burg mussten die Grundschulen wochenlang ohne pädagogische Mitarbeiter auskommen.“ Gewerkschafter und Schulleiter Doßmann greift Tullner direkt an: „Er bombardiert das System durch Entzug.“

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