Grundschulverband schreibt offenen Brief an Marco Tullner

Kritik gegen den verstärkten Einsatz von Referendaren

Volksstimme 29.08.2017

Halle (dpa/sa) – Im Dauerstreit um die Situation an Sachsen-Anhalts Schulen hat sich der Grundschulverband mit einem Offenen Brief an Bildungsminister Marco Tullner (CDU) gewandt. “Es ist der Umgang, der uns stört”, sagte Verbandschefin Thekla Mayerhofer am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Sorgen vieler Lehrer insbesondere zur hohen Arbeitsbelastung an den Schulen würden vom Ministerium nicht ernst genommen.

Inhaltlich richtet sich die Kritik in dem Brief vor allem gegen den verstärkten Einsatz von Referendaren im regulären Unterricht. Als Maßnahme gegen den Lehrermangel sollen die Referendare künftig früher und häufiger eingesetzt werden. Aus Sicht des Grundschulverbandes ist durch den häufigen eigenverantwortlichen Einsatz der Referendare die Betreuung der Lehreranwärter nicht mehr gewährleistet.

Sollte sich herausstellen, dass ein Referendar mit dem Unterricht überfordert ist, sei zudem nur im Ausnahmefall vorgesehen, den eigenverantwortlichen Unterricht zu reduzieren. Individuelle Lösungen sähen anders aus, kritisierte Mayerhofer.

Linke erhebt Vorwürfe gegen Marco Tullner

Die Linke im Magdeburger Landtag wirft Sachsen-Anhalts Bildungsminister Opportunismus bei der Debatte um mehr Lehrer vor.

Volksstimme 05.05.2017 – Alexander Walter

Magdeburg l Bildungspolitiker Thomas Lippmann (Die Linke), hat Bildungsminister Marco Tullner (CDU) in der Debatte um den Personalmangel an den Schulen Opportunismus vorgeworfen: „Wenn Sie ernst genommen werden wollen, streiten Sie im Kabinett für Ihren Bereich, nicht im Schaufenster. Das ist klein, schwach und feige“, sagte Lippmann am Freitag im Landtag.

SPD fordert Aufstockung der Stellenziele

Gemeint waren Äußerungen Tullners zu den Zielen einer von Lehrer-Verbänden, Gewerkschaften sowie der Partei Die Linke gestarteten Volksinitiative. Diese fordert unter anderem 1000 Lehrer und 400 pädagogische Mitarbeiter zusätzlich an den Schulen. Tullner hatte die Forderungen der Initiative als Rückenwind für seine Arbeit bewertet, zugleich aber darauf verwiesen, dass er an den Haushalt gebunden sei.

Nach aktuellen Planungen will die Koalition die Zahl der Lehrer-Vollzeitstellen von derzeit gut 14000 auf 14500 bis 2020 aufstocken. Angesichts steigender Schülerzahlen hält die SPD das für zu wenig. „Es liegt auf der Hand, dass wir mehr schaffen müssen“, sagte Fraktionschefin Katja Pähle. Bildungspolitikerin Angela Kolb-Janssen forderte eine breite Debatte, um mehr Lehrer für den Schuldienst zu gewinnen. Die Linke scheiterte am Freitag mit einem Antrag, unverzüglich 600 Lehrerstellen zusätzlich auszuschreiben.