500000 Stunden Unterrichtsausfall in Sachsen-Anhalt

Kleine Anfrage an die Landesregierung zu Ausfallstunden an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen des Landes Sachsen-Anhalt

Volksstimme 10.02.2018

Magdeburg l An Sachsen-Anhalts Schulen sind im vergangenem Schuljahr mehr als 493000 Stunden ausgefallen. Das geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Andreas Mrosek hervor. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Wert um 80000. Am stärksten betroffen waren Grundschulen (+20000). „Fast eine halbe Million Ausfallsunden sind völlig inakzeptabel“, sagte Mrosek. Die Kenia-Koalition sei weder willig noch fähig, das Problem zu lösen. Mit Klassenzusammenlegungen und weiteren Maßnahmen (z.Bsp. Aufgaben, Videos) erhöht sich die Zahl noch einmal: Mehr als 766000 Stunden konnten 2016/17 nicht regulär vertreten werden. Die Linke spricht von immer neuen Rekorden.
Das Ministerium räumt Probleme ein: „Die Situation ist schwierig“, sagte ein Sprecher. Gründe seien steigende Schülerzahlen sowie eine erhöhte Zahl an Langzeiterkrankungen. Allerdings habe das Land längst gegengesteuert. So würden so viele Lehrer eingestellt wie nie. Ausfälle würden mit Vertretungsstellen kompensiert, Lehrer arbeiten freiwillig mehr.

Dokument: Kleine Anfrage an die Landesregierung

Quelle: Volksstimme.de

Eltern gegen Lehrermangel

Wochenlangen Ausfall wollen Eltern in Wernigerode nicht länger tatenlos hinnehmen. Sie organisieren eine Protestaktion.

Volksstimme 21.10.2017 – Julia Bruns

Wernigerode l Nur drei von fünf Stunden Mathe pro Woche, in sieben Wochen bisher eine Doppelstunde Bio – und Geo? Erik, Janne und Helena können sich kaum erinnern, wann sie das letzte Mal in dem Fach unterrichtet worden sind. Lehrermangel und Unterrichtsausfall sind seit Beginn des neuen Schuljahres Alltag für die drei Sechstklässler aus Wernigerode. Um den Unterricht für die Abiturklassen zu gewährleisten, wurden besonders in den unteren Klassenstufen Pädagogen abgezogen.

Die drei Elfjährigen besuchen das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Wernigerode – eine Schule, die für ihren hohen Anspruch an eine umfassende Bildung der jungen Menschen über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. „Anstelle des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums kann jederzeit genauso gut jede andere Schule betroffen sein“, sagt Mario Sternitzke. „Es ist ein Problem, das alle betrifft.“

Aktion folgt Brandbriefen

Nachdem aus der Elternschaft mehrere Briefe an Bildungsminister Marco Tullner (CDU) geschickt worden waren, hatten sich Mario Sternitzke und weitere Eltern von Sechst- und Achtklässlern überlegt, wie sie noch auf die prekäre Situation an den Schulen aufmerksam machen können.

Unter der Überschrift „Lehrermangel – Bildung am Küchentisch?!“ organisieren sie für Montag um 15.30 Uhr eine Protestaktion auf dem Markt. „Eltern aus Wernigerode können sich beteiligen, sich an einen mitgebrachten Tisch setzen und so zeigen, dass sie den Lehrermangel nicht länger dulden“, erläutert Mario Sternitzke den Ablauf. Der Stadtelternrat unterstützt die Organisatoren. Der Vorsitzende Rico Wiecker und sein Vize Christian Fischer haben ihre Teilnahme fest zugesagt.

„Wir richten uns an alle Familien in Wernigerode. Welche Schule, spielt keine Rolle, denn das Problem kann jeden betreffen“, betont Andreas Lammers. Im März sei es die Francke-Grundschule gewesen, die wegen akuten Lehrermangels eine Woche schließen musste, in diesem Schuljahr sei die Lage am Gerhart-Hauptmann-Gymnasium nicht mehr hinnehmbar. „Kein Direktor und kein Lehrer kann etwas für die Situation“, so Mario Sternitzke.

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